← Alle Ratgeber

Eigene Software vs. SaaS — Wann lohnt sich was für Hannoveraner Mittelstand?

Die ewige Frage: Standardsoftware mieten oder eigene entwickeln? Entscheidungs-Matrix mit echten Kostenvergleichen.

„Sollen wir Salesforce nehmen oder uns selbst was bauen lassen?" — eine der häufigsten Fragen im Mittelstand. Hier ein Entscheidungsrahmen mit Praxis-Erfahrung aus Hannoveraner Projekten.

Wann SaaS (Software as a Service) sinnvoll ist

  • Standardprozess — Sie tun, was 10.000 andere Firmen auch tun (CRM, Buchhaltung, E-Commerce-Backend)
  • Schneller Start — heute entscheiden, morgen produktiv
  • Geringe IT-Ressourcen — niemand intern, der entwickelt oder wartet
  • Kalkulierbare Kosten — monatliche Pauschale, planbar

Beispiele: HubSpot CRM, Shopify, Microsoft 365, DATEV Online, Personio HR.

Wann eigene Software sinnvoll ist

  • Wettbewerbsvorteil — Ihr Prozess ist Ihr USP, Standard reicht nicht
  • Datenhoheit — strenge Anforderungen an Datenschutz oder Branche
  • SaaS-Lock-In vermeiden — keine Preiserhöhungen ohne Alternative
  • Spezielle Workflows — Standardsoftware passt nicht oder nur mit teuren Anpassungen
  • Skalierbarer Nutzen — Software bringt Effizienz, die SaaS nicht erreicht

Beispiele: MOWB Lernplattform (Lernplattform speziell für Bildungsträger), ALMOKI ERP (mittelständisches ERP nach Maß), interne Quote-Tools, Branchen-Software.

Kostenvergleich auf 5 Jahre

SaaS (Beispiel: CRM für 20 Nutzer)

  • HubSpot Sales Hub Professional: ca. 90 €/User/Monat × 20 = 1.800 €/Monat
  • 5 Jahre: 108.000 €
  • + Setup, Training, Anpassungen: ca. 10.000 €
  • Gesamt: ~118.000 €

Eigenentwicklung (Beispiel: maßgeschneidertes CRM)

  • Entwicklung MVP (3–4 Monate): ca. 30.000 €
  • Iterative Verbesserungen Jahre 2–5: ca. 20.000 € insgesamt
  • Hosting (Hetzner/AWS): ca. 100 €/Monat × 60 = 6.000 €
  • Wartung 5 Jahre (Updates, Bugfixes): ca. 15.000 €
  • Gesamt: ~71.000 €

Aber Vorsicht: Eigenentwicklung lohnt sich erst ab gewisser Größe. Bei 5 Nutzern ist SaaS deutlich günstiger und schneller.

Hybrid — die Mittelweg-Strategie

Die meisten Hannoveraner Mittelständler haben eine Mischung:

  • Standardprozesse via SaaS (M365, DATEV, HubSpot)
  • Wettbewerbsdifferenzierende Prozesse als eigene Software
  • Integrationen dazwischen via API

Empfehlung für Hannoveraner Unternehmen

  1. Listen Sie alle Software-Bedarfe auf
  2. Markieren Sie: standard / wettbewerbsdifferenzierend
  3. SaaS für alles in Spalte „standard"
  4. Eigene Software oder hochangepasstes SaaS für „wettbewerbsdifferenzierend"
  5. Bewährte Open-Source als dritte Option (z. B. Odoo statt SAP)

Wann sollten Sie keine eigene Software bauen lassen?

  • Wenn Sie noch nie ein Software-Projekt gemacht haben — fangen Sie mit SaaS an, lernen Sie Anforderungen.
  • Wenn Sie keinen internen „Software-Owner" benennen können (jemand, der Anforderungen formuliert)
  • Wenn der Prozess noch nicht stabil ist — erst stabilisieren, dann digitalisieren.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein konkretes Vorhaben SaaS oder Eigenentwicklung sein soll — ein Strategie-Tag bringt Klarheit. Oder schauen Sie sich die Plattform-Entwicklung an, falls Eigenentwicklung Sinn ergibt.

Passende Leistungen

Mehr aus dem Ratgeber

Fragen zum Thema?

30 min Erstgespräch — kostenlos & unverbindlich.